Johannes Gessner – ein Entwickler mit Passion

Innovative Lösungen in einem Technologiekonzern zu entwickeln, ist immer eine Herausforderung. Johannes Gessner aus Sömmersdorf hat sie erst in München angenommen, jetzt in Schweinfurt. Weil er erkannt hat, welche Potenziale die Region bietet – und weil sie ihm Heimat ist.

Dabeisein, dazugehören und mitgestalten: Das kannte der Ingenieur der Kunststofftechnik in seinem Heimatort Sömmersdorf von klein auf, das war und ist ihm wichtig. Selbstverständlich beteiligte er sich immer alle fünf Jahre zusammen mit dem ganzen 680 Einwohner-Dorf an den Fränkischen Passionsspielen. Hier wuchsen intensive Freundschaften, Bindungen und Leidenschaften.

Über Los Angeles, Stuttgart und München zurück in den Landkreis Schweinfurt

Johannes Gessner mit seiner Familie vor der Kulisse der Passionsspiele Sömmersdorf (Bild: Silvia Eidel)

Sein Blick auf die Welt war und ist dennoch weit. Schon während seines Studiums absolvierte er ein Praktikum in Los Angeles, bei Porsche in Stuttgart schrieb er seine Abschlussarbeit, bevor er 2011 in München bei MAN als Entwicklungsingenieur anfing.

Die Liebe zu seiner heutigen Frau Melanie, aber auch die zum Theaterspiel lockte Johannes Gessner allerdings am Wochenende immer wieder nach Sömmersdorf. 2013 übernahm er die Rolle des Apostels Judas, des Verräters. Die Begeisterung der 30.000 Zuschauer und die großartige Stimmung unter den 300 Mitspielern beförderten Gessners Entscheidung: München den Rücken zuzukehren. Zumal auch seine heutige Frau, eine gebürtige Hessin, den Landkreis Schweinfurt nicht mehr verlassen wollte, weil sie sich hier so wohlfühlte.

Eine neue adäquate Arbeitsstelle in der Region fand der heute 33-Jährige schnell. 2014 fing er als Entwicklungsingenieur beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen in Schweinfurt an. Dort erhält er den gleichen tarifgebundenen Arbeitslohn wie in München. „Aber die Kaufkraft hier ist wegen der geringeren Lebenshaltungskosten wesentlich höher“, unterstreicht Johannes Gessner.

Im Rückblick erinnert er sich an seine Ein-Zimmer-Wohnung in München, für die er 500 Euro Miete zahlte. Genauso hoch war das Entgelt für die erste Drei-Zimmer-Wohnung im Landkreis Schweinfurt, die das Paar mietete.

„Ich bin in der Stadt 45 Minuten zur Arbeit gependelt, heute bin ich knapp 15 Minuten unterwegs.“

Den Wunsch nach einem eigenen, freistehenden Wohnhaus mit Garten in Sömmersdorf hat sich das Ehepaar mittlerweile auch erfüllt. „In München wäre das unmöglich gewesen“, resümiert Johannes Gessner. Oder er hätte so weit ins Umland ziehen müssen, dass die Fahrt zur Arbeit noch länger geworden wäre. „Ich bin dort von meinem Zimmer in der Stadt 45 Minuten zur Arbeit gependelt“, denkt er zurück. „Heute bin ich knapp 15 Minuten unterwegs.“

Die freie Zeit verbringt er mit seiner jungen Familie, in der sich eine Tochter einstellte, oder bei seinem Lieblingsverein. Denn bei den Fränkischen Passionsspielen hat er 2014 auch Verantwortung als zweiter Vorsitzender übernommen. „Ich will dabei sein und mitgestalten“.

„Guter Verdienst, niedrige Lebenshaltungskosten, höhere Lebensqualität – und unsere einzigartigen Passionsspiele“

Wenn er darüber hinaus einen entspannten Tag verbringen will, fährt er mit seiner Frau in die KissSalis-Therme nach Bad Kissingen oder besucht mit seinem Töchterchen die Tiere im Wildpark an den Eichen in Schweinfurt. Beschwingte Weinfeste kann Johannes Gessner ebenso genießen wie Ausflüge in die abwechslungsreiche Landschaft.

Seine Entscheidung zur Rückkehr in die Heimat hat er nie bereut: „Guter Verdienst, niedrige Lebenshaltungskosten, höhere Lebensqualität – und unsere einzigartigen Passionsspiele“, fasst er zusammen.